(N)Ostalgie am Samstagmorgen.

#waswirdenken


(N)Ostalgie heute morgen in der Kundenschlange vorm Bäcker. Zehn Brötchenfrühstücker verteilt auf zwanzig Meter. Um die Ecke, vorbei am Gemüseladen, bis hin zum Blumengeschäft. Niemand starrt auf sein Smartphone, viele vor sich hin und einige aneinander an. Sie unterhalten sich. Manche Lauter als andere. Das ist gut so. Ich schweige morgens gern. Jetzt höre ich zu.


Er will Bäume pflanzen, erzählt er der Frau hinter ihm und vor mir in der Schlange. Und diese in fünfzig Jahren fällen, Zellulose daraus generieren und Toilettenpapier herstellen.

Sollten noch weitere Pandemien unsere Welt in diesem Ausmaß erreichen, dürfte er ein sehr wohlhabender Hundertjähriger werden, denke ich.


Hinter mir knistern Gummihandschuhe über altersbefleckte Hände. Sie lächelt, die grauhaarige betagte Dame und blickt mich klug hinter runden Brillengläsern an. Ich freue mich zurück. Der Morgen ist noch kalt. Es ist eine Woche vor Ostern.


Ohne die doppelte Armlänge Distanz wäre ich wohl Statist in einer aktuellen Folge von „Zurück in die Zukunft – die DDR 30 Jahre danach“.

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