Homeoffice – Arbeitsalltag zwischen Lachflash und Nervenzusammenbruch

…ein Beitrag von Conny…

Eines vorweg: diese Zeilen werden kein Ratgeber, um die Stunden daheim effektiver zu gestalten und auch kein Plädoyer für Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Das überlasse ich lieber den sogenannten Profis in der Vielfalt der sozialen Netzwerke. Vielmehr möchte ich meine Gedanken und meine ganz persönlichen Erfahrungen der letzten Wochen teilen. Mein aufrichtiger Respekt gilt allen Familien, die daheim den täglichen Spagat zwischen Heimarbeit, Beziehung und Kinderbetreuung meistern müssen – wohlwissend, dass sich mein Alltag als Single da um einiges einfacher gestaltet.

7:30 Uhr: aufstehen

Etwas später als gewohnt, aber das – so las ich unlängst – sei in diesen Zeiten normal. Die Arbeitszeiten verschieben sich. Passen sich an die neue Situation an, genau wie sich unser gesamtes Leben bereits langsam daran anpasst. Der Mensch ist halt ein Gewohnheitstier. Während der Laptop startet und die Kaffeemaschine läuft, beginnt meine Morgenroutine. Alles wie gewohnt: duschen, ankleiden, Haare und Make-Up richten. Unwillkürlich muss ich bei diesen Zeilen lächeln. Ja, auch ich bin ein Gewohnheitstier.

8.30 Uhr: online

Der größte Teil meiner Kollegen auch. So sehe ich doch bereits einige Antworten auf die allmorgendliche E-Mail der Chefin, welche uns einen guten Start in einen erfolgreichen Tag wünscht. Eine sehr schöne Geste, wie ich finde. Generell ist mir aufgefallen, dass in dieser Zeit die Kommunikation untereinander nicht nur viel zielführender, sondern auch viel netter stattfindet. Oft endet diese mit ein paar kurzen, privaten Worten zur aktuellen Situation, mit der Nachfrage nach dem eigenen Wohlbefinden und den Worten „bleib gesund“. Das gefällt mir gut und darf in Zukunft gern bleiben (um an dieser Stelle den Spruch zu zitieren, der gerade überall zu lesen ist).

10:00 Uhr: Telefonschaltkonferenz

Alle sprechen laut und munter durcheinander – genau wie früher in unseren Team-Meetings. Irgendwo klappert zudem Geschirr im Hintergrund, ich vernehme das Dröhnen einer Bohrmaschine und immer wieder fällt der in Telefonschaltkonferenzen meist gesagte Satz: „Könnt ihr mich hören?“. Ich grinse vor mich hin, verdrehe hin und wieder die Augen und stelle mir meine Kolleginnen und Kollegen vor, wie sie jetzt wohl vor dem Telefon sitzen – in Jogginghose oder Schlafanzug. Und wieder muss ich lächeln, nicht zuletzt auch weil in diesem Moment eine E-Mail der Lieblingskollegin aufploppt, in der sie genau den gleichen Gedanken mit mir teilt.

15:00 Uhr: Videochat

Wir probieren ein neues System aus. Auch eine Sache, die sich positiv in dieser vermeintlich so negativ behafteten Zeit entwickelt hat. Wir sind offen für Neues. Wir reagieren und agieren schneller und gehen andere, effektivere Wege. Es ist schön, die Kollegen mal von Angesicht zu Angesicht zu sehen. Wir winken uns fröhlich zu. Für mich als neugieriger Mensch ist es zugegeben auch schön, mal einen Blick in die heimischen Küchen, Wohn- und Arbeitszimmer zu werfen. Da begegnet man dem Ehemann, der auf dem Weg zum Kühlschrank winkend durchs Bild läuft oder man sieht die Kids mit Fingermalfarben den Wohnzimmertisch ruinieren. 

Unfreiwillig gibt hier jeder etwas von seiner sonst eher unter Verschluss gehaltenen Privatsphäre preis. Die Zeiten ändern sich.

Sind wir uns als Kollegen nun – trotz oder aufgrund – des räumlichen Abstandes insgesamt näher gekommen? Bewirkt diese Zeit, in der viele Nerven brach liegen und wir Höflichkeit und Achtsamkeit vielmehr zu schätzen lernen, dass wir nun auch in Zukunft freundlicher miteinander umgehen? 

#miteinanderstark #füreinanderdasein #dasbestedrausmachen – ja das würde ich mir auch für die Zeit „danach“ wünschen.

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