The Day After

Ist Jung nun der bessere OBM für Leipzig? Das wird sich in den nächsten sieben Jahren zeigen. Denn der positive Effekt, den diese Wahl mit sich gebracht ist, dass die Menschen wieder miteinander diskutieren. Nicht immer fair, aber immer interessierter. Hatte sich doch in den letzten Jahren eine politische Lethargie über Land und Leute gelegt, fegen heute wieder Meinungsbesen durch die Straßen.

Pippi Langstrumpf, Robbie Williams und die Leipziger OBM-Wahl

Ich stecke nicht in den Schuhen der anderen, aber immer öfter probiere ich die von Pippi Langstrumpf an. Und warum kann eine kleine Fliege die Leipziger OBM-Wahl aus dem Ruder laufen lassen? Hat Robbie Williams fremdgeknutscht?
Antworten dazu gibt es vielleicht hier…

Zwischen Kind und Kunst.

Ich habe Zeit. Ungefähr drei Stunden. Bis unser Mini nach einem weiteren Cocktail aus der Milchbar verlangt. Drei Stunden in denen der Papa diverse Albernheiten und den Mittagsschlaf mit seiner Tochter teilt. Drei Stunden in denen ich weniger Mama und mehr Frau sein werde.
Ich sitze auf dem diesjährig unbepflanzten Balkon und überlege, was ich mit meiner Zeit anfangen kann. Haare waschen? Maniküre? Schlafen? Schnell eine Freundin anrufen und spontan nach Zeit fragen? Haushalt? Der Geschirrspüler müsste ausgeräumt und die Pflanzen von ihren trockenen Blättern befreit werden. Der Rest ist glücklicherweise getan. Nicht von uns, aber von einer wunderbaren Fee, die unsere Räume in eine wohnliche Oase verwandelt, während ich unsere Tochter und den Hund bespaße und der Mann arbeiten ist. Oder wir in Familie etwas unternehmen können. Über vier Monate habe ich mich gefragt, wie das andere Familien machen. Mit dem Haushalt und dem ganzen Gedöns. Ich bin schon froh, wenn alles aufgeräumt und die Wäsche sauber ist. Denn zwischen Aufstehen, Gassirunden mit Hund und Kind, stillen, kaspern, kuscheln, spielen und manchmal auch essen, bleibt wenig Zeit für die Raumhygiene. Eigentlich keine.

Auf Augenhöhe.

Richtig. Ich bin eine Frau. Doch in erster Linie bin ich Mensch. Mit all den Rechten die ein Mensch haben kann. Ich gehe arbeiten. Ich verdiene mein Geld. Ich gehe wählen. Ich habe einen Kopf zum Denken. Ich begegne meiner Umwelt zuerst auf Augenhöhe. Mir sind Rassen, Geschlechter, gesellschaftliche Stellung, sexuelle Orientierung, Aussehen, Einkommen, politische Gesinnung und Glaube egal, solange der Mensch mir gegenüber ein gutes Herz hat. Ich versuche nicht vorschnell zu urteilen. Ich möchte verstehen und schlussendlich andere Meinungen oder Lebensauffassungen respektieren. Meine Rasse ist Mensch, meine Ideologie die Menschlichkeit.

Auszeit.

Ich habe sie so satt, die ganzen Zeitmanagementberatungen und Gute-Laune-Kalendersprüche, die Lifestyleblogs und Aussteigergeschichten. Immer zu lesen, wie ich sein könnte, wenn ich loslasse – mich, die Zeit, meine Ansprüche, dass was ich bin. Damit ich mich zu dem entwickeln kann, was ich wirklich und wahrhaftig sein möchte. Ich habe gelesen, zugehört, verglichen, angewendet. Und jetzt? Jetzt stehe ich kopfschüttelnd über dem ganzen Haufen guter Ansätze und möchte ein zündelndes Streichholz daran lecken lassen. Weil es eben nicht immer funktioniert. Es gibt nicht die Lösung für jeden einzelnen Menschen. Also lass brennen! Nieder mit den Gedankenfetzen, die lauernd in meinem Hinterstübchen hocken und mir mit Gollumgleicher Stimme zuflüstern: „Mein Schatz, es ist zwanzig Uhr. Hör auf zu arbeiten. Jetzt bist du dran. Qualitytime. Me-Zeit.“ RUHE!