Kinderherzen müssen zusammen klopfen

Natürlich spielen wir mit ihr. Natürlich beschäftigen wir sie. Wir sind albern und denken gern in bunten Farben. Wir sind Pferd, Kuschelbär und Fangmichdoch. Wir sitzen mit ihr im Sandkasten, der ebenso wie eine Rutsche, ein Häuschen und eine Kinderhollywoodschaukel, im Hinterhof stehen. Wir backen Sandkuchen und essen braunes Himbeereis, malen Regenbögen mit Kreide und spielen hinter der Gardine Verstecken. Wir lesen Bücher und haben das Stickern gelernt. Doch wir sind eben die Eltern. Das ist unheimlich viel. Das ist der Fels in der Brandung. Der sichere Hafen. Aber wir wissen eben nicht mehr, weshalb eine zweigeteilte Banane einem Weltuntergang gleichkommt. Warum heute die Tomatennudeln das leckerste Essen der Welt sind und morgen nicht mehr. Wir sind zu rational. Was passiert mit unseren Kindern?

Wie lange müssen sie noch isoliert bleiben?

Auszeit.

Ich habe sie so satt, die ganzen Zeitmanagementberatungen und Gute-Laune-Kalendersprüche, die Lifestyleblogs und Aussteigergeschichten. Immer zu lesen, wie ich sein könnte, wenn ich loslasse – mich, die Zeit, meine Ansprüche, dass was ich bin. Damit ich mich zu dem entwickeln kann, was ich wirklich und wahrhaftig sein möchte. Ich habe gelesen, zugehört, verglichen, angewendet. Und jetzt? Jetzt stehe ich kopfschüttelnd über dem ganzen Haufen guter Ansätze und möchte ein zündelndes Streichholz daran lecken lassen. Weil es eben nicht immer funktioniert. Es gibt nicht die Lösung für jeden einzelnen Menschen. Also lass brennen! Nieder mit den Gedankenfetzen, die lauernd in meinem Hinterstübchen hocken und mir mit Gollumgleicher Stimme zuflüstern: „Mein Schatz, es ist zwanzig Uhr. Hör auf zu arbeiten. Jetzt bist du dran. Qualitytime. Me-Zeit.“ RUHE!