JETZT: will ich leben!

Ich will nicht perfekt sein. Ich will leben.

Bist du noch da? Liest du noch mit? Überlegst du gerade, ob ich es tatsächlich geschafft habe, aus dem Hamsterrad auszusteigen? Ich will ehrlich sein. Mir bleibt noch ganz oft die Luft weg, vor lauter Strampelei. Vor lauter Dies und Das und Jenes. Doch fast genauso oft, hole ich ganz tief Luft und versuche, mich zurückzuholen. Ins Hier. In das Jetzt. Ich muss nicht alles schaffen. Ich muss nicht jeden Punkt auf meiner To-Do-Liste abhaken. Ich bin ein Mensch. Ich bin nicht perfekt. Denn schlussendlich ist es das, was uns Lebenszeit und Ruhe nimmt. Das Streben nach dem Perfekt sein. Dem immer besser sein. Stop!

Ich halte an. Ich setze mich in Gedanken wieder auf die Wiese zu meiner Tochter und beobachte staunend, was alles zwischen Gänseblümchen und Grashalmen krabbelt. Ich finde neue Geschichten und erzähle diese.

Das Heute. Das Morgen und die Hoffnung.

Ist das ein ‚german talent‘, also eine Eigenschaft, die insbesondere uns Deutschen anhaftet? Dieses tiefe Stapeln, auch was das Glücksempfinden betrifft? Zuzugeben, dass heute ein schöner Tag ist, hieße auch zu zeigen, dass das Leben gut ist. Das es mir gut geht. Auch wenn es nicht alltäglich so ist. Zuzugeben, dass das große Ganze okay ist. Das Dasein. Und worüber sollte man dann reden, wenn man nicht muffeln kann. Oder Jammern. Deutschland. Opferland.

Das Leben ist schön!

Ja! Liebes Leben, du bist schön! Weil du da bist, weil du mich begleitest, weil du mich sein lässt. Weil ich jeden Tag erleben und lernen darf. Weil du manchmal schmerzt und weil du noch öfter lachst. Du hast deinen eigenen Kopf und deinen eigenen Plan, aber du lässt ihn mich sehen. Ich begebe mich vertrauensvoll und voller Lust in deine Hände. Ich bin gespannt auf den Weg, den du für mich vorgesehen hast und schaue links, schaue rechts, oben und unten und genieße die Fülle, mit der du mich überraschst.