Kinderherzen müssen zusammen klopfen

Natürlich spielen wir mit ihr. Natürlich beschäftigen wir sie. Wir sind albern und denken gern in bunten Farben. Wir sind Pferd, Kuschelbär und Fangmichdoch. Wir sitzen mit ihr im Sandkasten, der ebenso wie eine Rutsche, ein Häuschen und eine Kinderhollywoodschaukel, im Hinterhof stehen. Wir backen Sandkuchen und essen braunes Himbeereis, malen Regenbögen mit Kreide und spielen hinter der Gardine Verstecken. Wir lesen Bücher und haben das Stickern gelernt. Doch wir sind eben die Eltern. Das ist unheimlich viel. Das ist der Fels in der Brandung. Der sichere Hafen. Aber wir wissen eben nicht mehr, weshalb eine zweigeteilte Banane einem Weltuntergang gleichkommt. Warum heute die Tomatennudeln das leckerste Essen der Welt sind und morgen nicht mehr. Wir sind zu rational. Was passiert mit unseren Kindern?

Wie lange müssen sie noch isoliert bleiben?

Das Heute. Das Morgen und die Hoffnung.

Ist das ein ‚german talent‘, also eine Eigenschaft, die insbesondere uns Deutschen anhaftet? Dieses tiefe Stapeln, auch was das Glücksempfinden betrifft? Zuzugeben, dass heute ein schöner Tag ist, hieße auch zu zeigen, dass das Leben gut ist. Das es mir gut geht. Auch wenn es nicht alltäglich so ist. Zuzugeben, dass das große Ganze okay ist. Das Dasein. Und worüber sollte man dann reden, wenn man nicht muffeln kann. Oder Jammern. Deutschland. Opferland.